Kaiserplatzgalerie

Dringender Handlungsbedarf in der unteren Adalbertstraße

Die untere Adalbertstraße ist nach dem Verdrängen des dortigen vielfältigen Einzelhandels durch den Investor der geplanten „Kaiserplatzgalerie“ in einem miserablen Zustand. Es ist völlig unstrittig, dass dieser Bereich der wichtigen Aachener Einkaufszone aufgewertet werden muss. Die Frage ist nur: wie? Brauchen wir in diesem historisch gewachsenen Bereich einen überdimensionierten Einkaufsmonokultur-Konsumtempel, der alte Strukturen wie ein Moloch auffrisst mit einer klotzartigen Architektur, die ihre Umgebung komplett ignoriert?

Die Antwort ist, kleinteilige Architektur zu schaffen, mit ausreichend angegliedertem Wohnraum. Auf die völlig unnötige Privatisierung öffentlichen Straßenraums, des historisch gewachsenen unteren Adalbertsbergs mit dem alten Rosskastanienbaum als Naturdenkmal, ist zu verzichten. Die Reihe der Verbesserungsvorschläge zum Nutzen der Anwohner, der Besucher sowie der alteingesessenen Einzelhändler unserer Stadt, die sich einem ruinösen Verdrängungswettbewerb ausgesetzt sehen, ließe sich lang fortsetzen.

Zerstörung preiswerten Wohnraums für Investorinteressen

Über 5000 qm preiswerten Wohnraums sind den Expansionsplänen der Investoren mit Genehmigung der Stadt zum Opfer gefallen. Gerade einmal 1700 qm neuer „Ersatz“wohnraum soll geschaffen werden. Das macht minus 3300 qm – und das angesichts des Wissens, dass in wenigen Jahren tausende bezahlbare Wohnungen in Aachen fehlen werden.

Den Anwohnern stinkt‘s schon jetzt gewaltig

Der Bereich des Kaiserplatzes gehört schon jetzt landesweit zu den am meisten mit Luftschadstoffen belasteten städtischen Gebieten. Extreme Feinstaub- und Stickstoffoxidwerte machen krank. Feinstaub wird zunehmend zur Todesursache. Durch das auf der Kaiserplatzgalerie geplante Parkhaus mit 700 Plätzen ist ein tausendfacher PKW-Mehrverkehr mit der entsprechenden zusätzlichen Luftverpestung und weiterem Lärm vorprogrammiert.

Was kostet die Welt? Monopoly in der Adalbertstraße?

Der „Projektentwickler“ Dr. Hans Kahlen kauft für seine Geldgeber nach und nach das ganze Viertel auf. Er hat die eine Seite der Unteren Adalbertstraße, auf der die überdimensionierte Shopping-Mall nach Meinung der Investoren und der großen Ratsmehrheit gebaut werden soll, beinahe komplett gekauft. Auch auf der anderen Seite hat er begonnen, die Häuser aufzukaufen und dies zu Preisen, bei denen „einfache“ Geschäftsleute nicht mithalten können. Es bleibt zu hoffen, dass im Rahmen der Wirtschaftskrise die genehmigte Planung für die Investoren zu teuer wird und die Auswüchse durch eine komplette, ganzheitlich motivierte Neuplanung verhindert werden können.

Weitere Informationen unter: www.kaiserplatzgalerie-anders.de