11. August 2009
Ratsantrag zur Sitzung des Rats am 19.8.2009: Aachener Tiertafel
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
ich beantrage wie folgt:
Der Rat der Stadt Aachen beauftragt die Verwaltung, in Abstimmung mit der Initiatorin einer „Aachener Tiertafel“ – Frau Kania – zeitnah städtische Räumlichkeiten zum Betrieb einer „Tiertafel“ zu finden und diese der Initiatorin für den genannten Zweck zu überlassen.
Begründung: Es ist eine traurige Tatsache, dass immer mehr Tierhalter in finanzielle Not geraten und keinen anderen Ausweg mehr sehen, als ihre Tiere ins Tierheim zu bringen.
„Wenn Menschen Mangel leiden, weil sie sich das tägliche Brot nicht leisten können, dann leiden die Tiere mit.“ Die Armutspolitik treibt den Keil der sozialen Spaltung noch tiefer in die Gesellschaft. So sind immer mehr Menschen aus finanziellen Gründen nicht mehr dazu in der Lage, ihren geliebten Tieren die nötige Versorgung zu bieten.
Wenn dann das Tier auch noch erkrankt und die Hilfe eines Tierarztes benötigt, können viele Menschen mit leerer Haushaltskasse die Hilfe einfach nicht mehr in Anspruch nehmen – mit fatalen Folgen für ihre geliebten Tiere und sie selbst: In ihrer Not bringen immer mehr Menschen ihre oft langjährigen Weggefährten ins Tierheim – Trennungsschmerz und Vereinsamung sind vorprogrammiert.
So werden in immer mehr Städten so genannte Tiertafeln zur kostenlosen Abgabe von Tierfutter und Tierbedarf eingerichtet. Dabei sind die Betreiber auf die Hilfe der Städte angewiesen, ihnen passende Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Auf die entsprechende Anfrage bei der Stadt Aachen stieß die Initiatorin auf Verständnis, einen Raum dazu mochte die Stadt jedoch bisher nicht in Aussicht stellen. Auch aus Sicht des Antragsstellers ist die Stadt Aachen in der Pflicht, die Entwicklung stetig zunehmender Finanznot von Tierhaltern zu berücksichtigen, dem begründeten Bedarf nach Räumlichkeiten für eine Aachener Tiertafel zu folgen und der Aachener Initiative zeitnah entsprechende Räume zur Verfügung zu stellen.
Aachen braucht dringend eine Tiertafel, weil
- die Tiere das Leben auch finanzschwacher Besitzer bereichern, ob als Spielkamerad für Kinder, Familientherapeut oder wertvoller Partner für Menschen, die alleine leben,
- die Tiere nicht aus finanzieller Not in das überfüllte Tierheim abgeschoben werden dürfen,
- sich auch Menschen mit geringem Einkommen ein Tier leisten können sollen,
- eine Mangelernährung oder eine Abgabe ins Tierheim verhindert werden muss,
- die Liebe zu Tieren ein wertvolles Gut ist, das man gerade in der heutigen Zeit nicht wegwerfen darf.
Mit freundlichen Grüßen
Horst Schnitzler
(UWG Bürgerwille Aachen)
